Für den Zugang zum mobilen Internet kommen verschiedenen Techniken zur Anwendung. Zu diesen zählen zum Beispiel GSM, GPRS, EDGE, UMTS oder HSDPA. Prinzipiell besteht der Unterschied in der gebotenen Geschwindigkeit, mit der auf das mobile Internet zugegriffen werden kann. Ähnlich könnte man etwa einen Vergleich zwischen DSL mit 6 Mbit/s, VDSL mit 50 Mbit/s und Internet via Kabel mit 100 Mbit/s ziehen. Im Folgenden werden Ihnen die Begrifflichkeiten näher erläutert.
GSM bezeichnet einen Standard für Mobilfunknetze, die komplett digital aufgebaut sind. Er ist der weltweit am häufigsten verwendete Standard im Mobilfunkbereich. Über ihn ist neben Telefongesprächen und SMS auch mobile Datenübertragung möglich.
GSM stellt die Basis für die in Deutschland vorherrschenden Mobilfunknetze dar. T-Mobile und Vodafone verwenden das D-Netz, während E-Plus und O2 auf das E-Netz zurückgreifen.
Für die Übertragung von Daten ist GSM in der heutigen Zeit nicht mehr effizient nutzbar. Es werden nämlich nur maximale Datenraten zwischen 9,6 und 14,4 kbit/s geboten, welche noch an analoge Modems aus vergangenen Zeiten erinnern. Es gibt jedoch Erweiterungen des GSM-Standards, die schnellere Übertragungsraten bieten.
Die GSM-Erweiterung GPRS bietet dank Kanalbündelung höhere Datenraten als die ausschließliche Verwendung von GSM. Rein theoretisch können damit bis zu 171,2 kbit/s erzielt werden. Allerdings liegt in der Praxis die Grenze mit 53,6 kbit/s weitaus niedriger. Diese Geschwindigkeit entspricht in etwa dem ISDN-Standard, bei dem pro Kanal 64 kbit/s zur Verfügung stehen. Mit dieser lassen sich speziell für das Mobiltelefon aufbereitete Internetseiten (WAP-Technik) relativ schnell anschauen. Für aufwendigere Anwendungen ist GPRS aber auch nicht das Mittel der Wahl.
Die Technik EDGE ermöglicht eine höhere Übertragungsrate bei Mobilfunknetzen, die auf GSM basieren. EDGE ist eine Erweiterung der GSM-Technologie. In Deutschland ist vor allem der Mobilfunkanbieter T-Mobile Vorreiter in Sachen EDGE-Ausbau gewesen.
Die maximal mögliche Download-Geschwindigkeit beträgt in der Theorie knapp 500 kbit/s. Im DSL-Bereich würde solch ein Zugang mit DSL 500 bezeichnet werden. In der Regel erreichen gängige Mobilfunkgeräte bis zu 220 kbit/s im Download und 110 kbit/s im Upload. Im Vergleich zu GSM wurde somit ein Quantensprung erzielt. Betrachtet man allerdings die Chancen, die sich durch die UMTS-Technologie ergeben, ist der EDGE-Standard nur als Zwischenschritt zu noch schnelleren Verbindungsmöglichkeiten zu sehen.
Der Mobilfunkstandard UMTS ist der Nachfolger des GSM-Standards und wird auch als drite Generation bezeichnet. Vor allem im englischsprachigen Raum ist dabei die Bezeichnung 3G geläufig.
Ohne zusätzliche Erweiterung können bis zu 384 kbit/s Download-Speed erreicht werden. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit im Vergleich zu GSM-Netzen bietet UMTS vielfaltige Anwendungsmöglichkeiten. Dazu zählt beispielsweise die Videotelefonie über Mobiltelefone.
Für die Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Sommer 2000 haben die Mobilfunkanbieter sehr tief in die Tasche greifen müssen. Insgesamt mussten rund 50 Milliarden € gezahlt werden. Begründet in dieser Tatsache ist die Massentauglichkeit von UMTS erst sehr spät eingetreten. Heute hat sich UMTS weitestgehend durchgesetzt, da es mittlerweile attraktive und günstige Datentarife für die mobile Internetnutzung gibt.
HSDPA ist eine UMTS-Erweiterung, mit der DSL-Anschlüssen Konkurrenz gemacht werden kann und wird. So lassen sich bis zu 7,2 Mbit/s realiseren. Eine Datei mit einer Größe von 100 MB kann damit innerhalb von 2 Minuten heruntergeladen werden.
Gängige Surfsticks haben diesen UMTS-Turbo bereits integriert. Daher stellt HSDPA eine Alternative zu herkömmlichen DSL-Zugängen dar, weil ähnlich hohe Geschwindigkeiten erreicht werden können. So können auch komplexe Anwendungen wie Videotelefonie oder größere Datendownloads ausgeführt werden.
Die zukünftigen Nachfolger von HSDPA sollen neue Grenzen durchbrechen. Die unter dem Namen LTE in den Medien präsente Technologie soll 100 Mbit/s und mehr ermöglichen.